YOU GOTTA KNOW edition f – susann hoffmann & nora-vanessa wohlert

 

Den Anfang ihrer gemeinsamen Karriere beschreiben Nora-Vanessa Wohlert und Susann Hoffmann so: Alles hat gepasst. Der Zeitpunkt, die Idee, die Chemie zwischen den beiden.

Seit sie im Sommer 2014 mit EDITION F online gegangen sind, sind Nora und Susann ihrer Vision treu geblieben: ein digitales Zuhause für starke Frauen zu schaffen. Denn sie störten sich an einer Tatsache in der Medienwelt, die heute alles andere als zeitgemäß ist: Auf der einen Seite gibt es Wirtschafts- und Karrieremagazine, die klassisch männlich geprägt sind – dem gegenüber stehen typische Frauenmagazine voller Beauty-Themen, Fashion News und Diättipps – wo bleibt da die selbstbewusste, erfolgreiche Frau zwischen all diesen von Geschlechterklischees beeinflussten Angeboten?

Nora und Susann sahen das, was sie selbst sind und was sie selbst interessiert, nirgends widergespiegelt. So entstand EDITION F. Die digitale Plattform lebt von ihrer Community und soll Frauen auf ihrem persönlichen Weg begleiten – beruflich, aber auch privat. „Die Wertschätzung aus der Community, also von Menschen, die man gar nicht kennt, hat inzwischen einen sehr hohen Stellenwert für uns. Das treibt uns an, weil wir wissen, dass unsere Idee auf große Nachfrage stößt“, sagt Susann. Schon vor der gemeinsamen Gründung kannten sie und Nora sich beruflich, doch beide hatten Lust auf etwas Neues. Für Susann war der Start besonders hart: Kurz vor der Gründung begann sie noch einen neuen Job, dachte, sie könne EDITION F nebenbei realisieren. Doch schnell war klar: Der Job ist nicht das, was Susann will. „Wenn man seine Leidenschaft für etwas bereits gefunden hat, muss man auf diesen Zug aufspringen und hundertfünfzig Prozent geben. Anders geht es nicht“, erklärt die 34-jährige.

Dass aller Anfang schwer ist, wissen jedoch auch die beiden Berliner Gründerinnen: Im ersten Jahr der Gründung war das Geld noch knapp, die Investorensuche war schwierig. „Das war herausfordernd, weil wir nicht wussten, ob wir in ein oder zwei Monaten noch alle Mitarbeiter bezahlen können“, so Nora. Das habe die beiden Frauen zwar einige schlaflose Nächte gekostet, doch das erste Jahr der Gründung sei eines der prägendsten für sie gewesen, wenn man so will, der entscheidende Start: „Wenn der Anfang gut läuft, dann ist es wie mit einem Dominostein – plötzlich bieten sich lauter neue Chancen und ein Ereignis folgt dem nächsten.“ Überhaupt dürfe man nicht nach der ersten Hürde aufgeben – man müsse weitermachen, aber auch mutig genug sein, das Produkt so anzupassen, dass es auf dem Markt bestehen kann. Für Susann und Nora ist es außerdem eine große Stütze, dass sie zu zweit sind: „Es braucht mindestens eine Person, die an die Vision glaubt. Wenn einer mal mehr durchhängt, kann der andere ihn mitziehen.“

Auch Mut konnten sich die Freundinnen in der Gründungszeit gegenseitig geben. Nora erzählt, sie habe wahnsinnig viel Angst gehabt, doch insgeheim habe sie gewusst, dass sie sich irgendwann geärgert hätte, hätte sie es nicht versucht. Susann ist sich sicher: Der Sprung ins kalte Wasser fühlt sich nicht wärmer an, wenn man später springt. Das ist es, was die beiden meinen, wenn sie sagen, der Zeitpunkt habe damals gestimmt. Mit Anfang dreißig kommt bei den beiden Frauen das Thema Familie mehr und mehr auf; seit einigen Wochen ist Susann nun Mama.

„Durch die Selbstständigkeit hat man zwar eine Verbindlichkeit zum Unternehmen, doch es entstehen auch große Freiräume. Du musst nicht in einer Maschinerie funktionieren, sondern gestaltest für dich und dein Team eine Arbeitswelt, die flexibel auf neue Lebensumstände eingehen kann. Ich bin ja nicht die einzige bei uns mit Kind. Wir haben uns mit EDITION F ein Lebens- und Arbeitsumfeld geschaffen, in dem wir die Sachen die uns wichtig sind – also Familie und Business – miteinander verbinden können.“