BOOK LAUNCH “einfach machen!”

 
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Manchmal trifft man ja Menschen und ist von ihnen gleich beeindruckt. Ihre Art ist so einnehmend, ihr Weg so spannend und das, was sie erreicht haben, so inspirierend.

So geht es mir mit Katharina Marisa Katz. Sie ist Journalistin, Beraterin für Online-Magazine und Autorin. Diesen Dienstag war der Launch ihres ersten Buchs „Einfach machen! Der Guide für Gründerinnen“, an dem ich teilnehmen durfte und auch euch möchte ich an diesem tollen Abend teilhaben lassen!

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 Wir treffen uns in einem wunderschönen Restaurant in Neukölln, dem Hallmann & Klee. Inhaberin Sarah steht selbst hinterm Tresen, schenkt Getränke aus und versorgt die Gäste. Die Location könnte passender nicht sein, denn auch Sarah ist Teil von Katharinas neuem Werk.

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Die Autorin hat für ihr Buch mit mehr als 20 selbstständigen Macherinnen gesprochen und sie zu ihren Anfängen, ihren Tipps und Ratschlägen für all diejenigen befragt, die mit der Idee spielen, selbst zu gründen oder bereits dabei sind. Eine davon ist auch Sarah. Neben ihr hat Katharina auch zum Beispiel mit Jules Villbrandt, die Fotografin und Macherin hinter dem Blogazine „Herz & Blut“, oder auch mit Anna Alex, einer der Gründerinnen von Outfittery gesprochen. Und mit ihnen durfte ich zum Launch an einem spannenden Panel über das einfach Machen teilnehmen. Dabei ging es um Fragen zu den Themen Angst, Mentoring, Brandbuilding, Pausen und auch Kind&Karriere.

 Outfittery-Mitgründerin Anna Alex, Herz & Blut-Macherin Jules Villbrandt, Journalistin und Moderatorin des Abends Edith Löhle, ich und Autorin Katharina Marisa Katz beim Panel zum Launch von "Einfach machen!”.

Outfittery-Mitgründerin Anna Alex, Herz & Blut-Macherin Jules Villbrandt, Journalistin und Moderatorin des Abends Edith Löhle, ich und Autorin Katharina Marisa Katz beim Panel zum Launch von "Einfach machen!”.

Angst oder Zweifel ist wohl das, was die meisten beim Gedanken an ein eigenes Unternehmen zuerst bekommen. Auch Katharina ging es beim Schreiben ihres Buchs so. „Besonders das Volumen hat mir Angst gemacht. Das ist schon eine ganz andere Länge als ein Artikel.“ Ihre Lösung: Ein gutes Konzept, „dann funktioniert das schon!“ Jules ist auch sehr selbstkritisch, wie sie erzählt. „Ich frage mich oft: Bin ich zufrieden mit dem, was ich anderen zeige? Doch letztendlich ist das auch Motivation!“ Anna rät den Zuhörerinnen, das große Ganze in kleine Entscheidungen herunterzubrechen. „Keine Entscheidung ist fürs Leben!“ Meine größte Angst hingegen war eher, dass ich keine Angst hatte. Ich stürze mich einfach rein und sehe dann, wie es läuft. Dadurch bin ich natürlich auch schon auf die Schnauze geflogen, aber es hilft mir doch etwas befreiter an neue Projekte zu gehen. Ich überlege mir einfach, was der worst case wäre und das ist dann meist gar nicht so schlimm.

 Jules Villbrandt erzählt, wie es ist, der Chef der älteren Schwester zu sein.

Jules Villbrandt erzählt, wie es ist, der Chef der älteren Schwester zu sein.

 Natürlich hilft es auch, wenn man Freunde oder Familie an der Seite hat, die einen beruhigen. Bei Jules ist das zum Beispiel ihre ältere Schwester, die inzwischen mit ihr arbeitet. Aber nicht nur zur Beruhigung sind andere gut, auch als Hilfe für Neu-Gründerinnen. Doch Hilfe zuzulassen will gelernt sein! Das wurde auch mir klar als eine meiner ersten Angestellten bei JACKS beauty department zu mir gesagt hat: „Du lässt mich ja nichts machen!“ und ich mir dachte: „Ja, da hat sie recht.“  Ich habe auch erst mit der Zeit gelernt, loslassen zu können und Aufgaben abzugeben. Unterstützung ist wichtig, alleine wirst du dich auf Dauer überarbeiten. Dieser Meinung ist auch Anna. Sie hat etwas ganz Wesentliches gesagt: „Es geht bei einem Unternehmen nicht um dein Ego, sondern um die Firma.“ Sie scheint auch richtiger Profi im Abgeben sein – vor Kurzem hat sie sich von Outfittery verabschiedet und hat schon die nächste Herausforderung im Auge: Ihr zweites Baby.

 Die Themen wurden auch nach dem Panel noch heiß diskutiert.

Die Themen wurden auch nach dem Panel noch heiß diskutiert.

 Doch nicht nur Menschen, die einen begleiten und unterstützen, sondern auch Vorbilder finde ich wichtig. Als ich meine Ausbildung zum Make-up Artist gemacht habe, hatte ich sehr hohe Ziele und die großartigen Make-up Artists in Amerika waren immer mein Vorbild. Da wollte ich hin! Das hat dank viel Ehrgeiz auch geklappt. Heute bin ich mit einigen meiner Idole befreundet, so auch mit Loni Baur. Sie ist eine grandiose Make-up Artistin hier in Deutschland, die ich schon früher bewundert habe. Inzwischen sind wir beide in ganz unterschiedliche Richtungen gegangen, aber so oft denke ich mir, ich wäre so gern so ein kreative Künstlerin wie sie. Das Witzige: Sie schrieb mir erst kürzlich, dass sie gerne so eine Geschäftsfrau wäre, wie ich! Das ist das Tolle an Vorbildern: Sie wachsen mit dir.

 Anna Alex ruft zu mehr Frauen auf Konferenzen und Panels auf.

Anna Alex ruft zu mehr Frauen auf Konferenzen und Panels auf.

 Um Vorbilder zu finden, ist es natürlich auch wichtig, dass sie sichtbar sind. So hat Anna dazu aufgerufen, mehr Frauen auf Konferenzen oder Panel-Talks zu holen und das finde auch ich sehr wichtig. Gerade als Frau, besonders als Gründerin, müssen wir sichtbar werden und uns und unser Unternehmen nach außen präsentieren und publik machen. Nur so können wir wachsen und Erfolg haben. Dabei heißt für mich Erfolg nicht, ein riesiges Unternehmen mit vielen Mitarbeitern zu führen. Jeder definiert Erfolg für sich selbst. Wichtig ist Gesicht zeigen! Denn die Menschen wollen Gesichter hinter den Markennamen sehen. Sie wollen Emotionen sehen, die Realität und vor allem Authentizität. Das merke nicht nur ich, wenn Instagram-Posts mit meinem Mann oder meinem Sohn (obwohl ich ihn nie richtig zeige) durch die Decke gehen. Auch Anna hat in ihrer Karriere immer gewusst, wie wichtig ein Gesicht hinter der Marke ist. „Besonders bei großen Marken in den USA, wie Apple oder Facebook, lässt sich das gut erkennen“, sagt sie. Und hat recht! Sofort als die Namen fallen, muss ich an Steve Jobs und Mark Zuckerberg denken!

 Katharina hat sich einen guten Plan gemacht, um ihre Marke bekannt zu machen.

Katharina hat sich einen guten Plan gemacht, um ihre Marke bekannt zu machen.

Besonders wenn ein Unternehmen oder ein Produkt neu auf den Markt kommt, muss man Gesicht zeigen. Das hat auch Katharina bemerkt, die sonst maximal ihre Hände für Food-Produktionen ablichten lässt. „Jetzt musste ich Gesicht zeigen und habe mir einen kleinen Plan für die sozialen Netzwerke zurecht gelegt, um meine Marke bekannt zu machen.“

 Was man bei der ganzen Aufregung nicht vergessen darf, sind Pausen. Anna meinte, dass Haustiere oder Kinder hier helfen. Klar, denn wenn die spazieren gehen oder gefüttert werden wollen, muss man sich die Zeit nehmen. Doch auch hier ist Ehrlichkeit zu dir selbst wichtig. Als ich bemerkt habe, dass mein Körper mir ganz klare Zeichen gibt, eine Pause einzulegen – das waren damals Ohrensausen und Panikattacken – wusste ich, ich muss die Reißleine ziehen. Und wie Anna merke ich, dass mein Sohn mir unheimlich viel Kraft gibt und mich auch die wirklich wichtigen Dinge im Leben erkennen lässt.

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Im Alltag habe ich gemerkt, dass es für mich das Beste ist, mir Inseln zu bauen. Wenn ich also eine richtig stressige Woche habe, halte ich mir das Wochenende frei und kann da neue Energie tanken während ich mit Noah auf dem Spielplatz tobe. Auch Jules hilft ihr Sohn Pausen einzuhalten. „Wenn die Schule vorbei ist, kommt Justus direkt ins Studio. Dann essen wir zusammen Mittag, bevor er seine Hausaufgaben macht und wir wieder an die Arbeit gehen.“ Auch das ist eine Insel im Alltag, die Kraft schenkt. Katharina ergänzt noch, dass es wichtig ist, sich Prioritäten zu setzen – und sie muss es wissen, denn bis ganz knapp vor der Geburt ihrer Tochter hat sie noch am Buch und anderen Aufträgen gearbeitet. „Meine Tochter ist neun Wochen. Alles auf einmal kann keiner schaffen, also habe ich mir überlegt, was für mich das Wichtigste ist und Prio 1 waren mein Baby und mein Buch-Baby. Bei anderen Projekten habe ich dann eben die Bremse eingelegt.“ Und das hat offensichtlich gut geklappt, denn Katharinas Tochter ist bezaubernd und auch von ihrem Buch bin ich mehr als begeistert!

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 Doch wie bekommt man als Selbstständige Kind und Karriere unter einen Hut? Wie ihr ja schon wisst, haben wir ein Au-Pair, sodass mein Mann und ich arbeiten gehen können. Trotzdem ist es natürlich eine „Doppelbelastung“, weil keines der beiden zu kurz kommen soll. Doch ich kann nur immer wieder sagen, dass ich dank meines Sohnes einen ganz anderen Blick auf meine Arbeit bekommen habe und er so eine Bereicherung für mich ist. Durch ihn habe ich gelernt, mir einen Fokus zu setzen. Es kommen immer neue Dinge dazu, aber dabei ist es einfach wichtig, dass es mir Spaß macht. Jules hat zum Beispiel erst durch ihren Sohn zu ihrer Leidenschaft gefunden, wie sie erzählt: „Ich war schwanger und habe mir eine Kamera gekauft, um jeden Moment festzuhalten. Als mein Sohn da war, habe ich rumprobiert. Ich hatte anfangs eigentlich keine Ahnung vom Fotografieren, ich habe ewig nur mit der Automatik-Einstellung fotografiert, doch dank Justus habe ich einen ganz anderen Blick bekommen und mir mit der Zeit alles selbst beigebracht. Meiner Mutterschaft habe ich auch beispielsweise auch einen Job vor zwei Jahren zu verdanken, da damals eine Fotografin gesucht wurde, die selbst Kinder hat.“ Und auch Katharina ist gespannt, wie sich ihre Tochter und ihre Karriere vereinbaren lassen. „Natürlich bin ich gespannt, wie es mit dem Buch weitergeht, doch jetzt gibt es für mich erst mal Zeit mit der Kleinen. Es ist mir auch wichtig, die zu nehmen.“

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 Da kann ich ihr nur zustimmen. Die Zeit mit unseren Kindern, aber auch unseren Familien und Freunden ist wichtig und tut besonders im oft hektischen Alltag so gut.

Und Katharina kann sich jetzt ja erst einmal entspannt zurücklehnen, nachdem sie so ein tolles Debüt abgeliefert hat! Ihr Buch ist wirklich ein tolles Nachschlage- und Ratgeberwerk für angehende Gründerinnen geworden und ganz wie sie im Buch sagt, rate auch ich euch: „Einfach machen!“

 Wenn ihr jetzt Lust bekommen habt, in das Buch zu schnuppern, habe ich noch eine Überraschung für euch. Ich darf nämlich ein Exemplar verlosen! Weitere Infos dazu findet ihr auf meinem Instagram-Account miriam_jacks! Viel Glück und nur das Beste allen angehenden Gründerinnen!  

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PHOTOS:  SOPHIA LUKASCH
REDAKTION: CARMEN DÖRFLER
LOCATION: HALLMANN & KLEE, BERLIN 







 
Carmen Dörfler