INTERIOR PROJECT made in china

 
 Miriam Jacks in dem von ihr eingerichten MADE IN CHINA, auf der Schönhauser Allee 10-11 in Berlin Mitte.

Miriam Jacks in dem von ihr eingerichten MADE IN CHINA, auf der Schönhauser Allee 10-11 in Berlin Mitte.

Knallig, bunt und traditionell lecker! So lässt sich der neue Chinese „Made in China“ in der Schönhauser Allee in Berlin beschreiben. Schon am Eingang wird der Gast von leuchtenden Farben und dem Duft von originalen Dim Sums empfangen. Besitzerin Fen führt stolz durch den Laden. Vorbei an quietschbunten Stühlen, roten Lampions und türkisen Wänden präsentiert sie das Herz des Restaurants: die offene Küche. „Hier stellen unser Chefkoch und unser Souchef die Dim Sums nach Originalrezepten aus China her“, erklärt sie. „Beide kommen aus Hongkong und haben jahrelange Erfahrung in der Zubereitung der Dim Sums.“ Das brauchen sie auch, denn die Herstellung der kleinen gefüllten Teigtaschen, besonders auf dem hohen Niveau, das Fen vorschwebt, ist eine Kunst für sich.  

Eine Kunst für sich ist auch die Inneneinrichtung. Fen nennt es „eine neue Interpretation von ganz traditionellen chinesischen Elementen.“ Wenn sie von „uns“ spricht, meint Fen sich und Miriam.

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Miriam hat schon 2014 Fens erstes Restaurant, das AKEMI asian soul kitchen in der Rykestraße in Berlin, für das Re-Opening umgestaltet. Um das neue Made in China einzurichten, fehlte ihr allerdings eigentlich die Zeit. „Bei JACKS beauty line lief es super und es gab somit viel zu tun. Noch dazu haben mein Mann und ich zu der Zeit unser neues Haus gefunden und gekauft und waren dort beschäftigt“, erzählt Miriam. Doch nachdem sie zufällig am Samstag vor der geplanten Eröffnung im Restaurant vorbeikam und Fen ihr vom missglückten Versuch mit einer anderen Interior-Designerin erzählte, hat Miriam sich kurzerhand die Zeit genommen und Fen unter die Arme gegriffen – zum Glück! „Wir haben ein paar Design-Klischees aus Asien modern umgesetzt und unseren eigenen urbanen Twist eingearbeitet. Es sieht wirklich toll aus!“ schwärmt Fen. Und auch Miriam ist glücklich mit ihrer Arbeit.

Das war nicht von Anfang an so. „Es gab ja bereits ein anderes Konzept, das der Einrichtung zugrunde lag. Die Tische waren schon drin, Stühle und Deko bestellt“, erzählt Miriam. „Auch die roten Lampions wären nicht meine erste Wahl gewesen, aber ich habe versucht, das Beste daraus zu machen.“ Und das ist ihr mehr als gelungen!

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Die Dekoartikel und 83 Stühle wurden wieder verkauft, im Stoffladen hat Miriam meterweise Stoff rausgesucht und daraus Kissen für Bänke und Stühle nähen lassen. Auch dabei gibt es nämlich einiges zu beachten: „Ein Restaurant einzurichten ist etwas ganz anderes als zum Beispiel einen Beauty Store oder aktuell unser Haus. Es gibt so viele Vorschriften, die beachtet werden müssen!“ Dazu zählt unter anderem der Brandschutz. Alle Stoffe müssen schwer entflammbar sein, Wege für die Kellner müssen miteingerechnet werden und es darf auch keinen Tisch geben, der unverhältnismäßig weit von der Kasse entfernt ist. „All das wusste ich damals bei meinem ersten Interior-Job im Akemi natürlich auch noch nicht. Doch dort habe ich gelernt, worauf ich achten muss, so dass es mir jetzt viel leichter und schneller von der Hand geht.“

 Noch dazu hat sich Miriam immer mehr in das zukünftige Made in China verliebt: „Ich war jeden Tag dort, habe eingerichtet und dekoriert. So durfte ich auch als eine der ersten in den Genuss der großartigen Küche kommen. Die beiden Köche, die Fen extra aus China einfliegen ließ, beherrschen ihr Handwerk so perfekt – das Essen und auch die Getränke waren der Hammer! Ich habe bei jedem Projekt etwas, das ich besonders mag. Dadurch finde ich meinen Zugang in Sachen Interior. Beim Made in China war es definitiv die gute Küche!“

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Und auch die Gäste sollen über die traditionellen, hochwertigen Gerichte aus Fens Geburtstadt Shanghai den Zugang zum Made in China und der Kultur an sich finden. „Für mich ist jeder meiner Läden ein Begegnungsort für Menschen, der Raum gibt, gemeinsam schöne Erinnerungen zu schaffen und sich bei einer schmackhaften Mahlzeit besser kennen zu lernen. Die Gäste können in die asiatische Kultur, in der Essen eine zentrale Rolle spielt, eintauchen und ihre Sehnsucht nach den belebten Straßen, die vom wunderbaren Duft des Essens erfüllt sind, durchleben. Doch auch die Neugierde und den Wohlfühlfaktor, den die Menschen mit China verbinden, wollen wir bedienen und haben so eine Oase geschaffen, in der jeder dem Alltag entfliehen kann – und sei es nur für ein paar Stunden zum Essen.“

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Der Wohlfühl-Faktor ist also der rote Faden, der sich durch das Made in China zieht. Wohlgefühlt hat sich Miriam auch beim Einrichten schon: „Fens Eltern waren hier und haben geholfen. Zusammen mit ihrem Papa habe ich die hunderte von Blumen und Pflanzen drapiert. Dabei hat er mir fleißig seine Meinung zu meinen Ideen gesagt. Allerdings spricht er nur Chinesisch. Ich habe also nichts verstanden! Aber das war egal! Wir haben uns trotzdem prächtig verstanden und super zusammengearbeitet! Es war einfach ein tolles Gefühl.“

Und dieses tolle Gefühl, das Zusammensein und den Genuss sollen auch die Gäste im Made in China spüren. Das schaffen Fens hervorragende chinesische Küche und Miriams kitschig-heimeliges Interior-Design jeden Tag und für jeden Besucher aufs Neue.

Also absolut einen Besuch wert.

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PHOTOS:  SOPHIA LUKASCH
REDAKTION: CARMEN DÖRFLER
LOCATION: MADE IN CHINA, SCHÖNHAUSER ALLEE 10-11, BERLIN


 

 
Carmen Dörfler