MEET THE ARTIST drag queens hungry & chloe

 

Die Masterclass mit Hungry und Chloe Waldorf

Drag Queens sind schon lange keine Underground-Erscheinung mehr. Im Gegenteil: Sie sind Teil der Prominentenszene und werden als Stars gefeiert. Denn sie sorgen für Unterhaltung, stehen im Rampenlicht und lieben es zu entertainen. Das Leben von Drag Queens bietet Stoff für Spekulationen und ist ein Mysterium für viele. Die Vorstellung, dass Männer mit dem Aussehen und den Reizen einer Frau spielen, erscheint paradox und erfordert oft Mut zum Umdenken.

Da wir finden, dass es sich immer lohnt, seinen Kopf auch mal für neue Gedanken und Welten zu öffnen, berichten wir in diesem Artikel exklusiv über die Drags Chloe Waldorf und Hungry. Exklusiv, weil wir die beiden nicht nur interviewt haben, sondern sie außerdem einen einzigartigen Artist Workshop Ende September im MUD Studio Berlin anbieten. Die Beiden sind wirkliche Königinnen der visuellen Kunst, von denen wir einiges lernen können! Hungry hat ihre Ausbildung zum Visual Artist sogar bei Make-up Designory absolviert. Mehr über das Leben als Queens erfahrt ihr im folgenden Interview.

Was fasziniert euch an dem Drag Queen Dasein?

Chloe: Wahrscheinlich wirkt das Leben auf Leute die diese Artform nicht ausüben weitaus faszinierender als es eigentlich ist. Für mich sind es ganz profane Gründe warum ich bis heute dabeigeblieben bin. Drag für mich bedeutet keine Grenzen zu haben und das zu machen worauf ich gerade Lust habe. Auch kreativ keine Grenzen zu haben, was wirklich sehr befreiend ist wenn man kreativ arbeitet.

Hungry: Mich fasziniert, dass ich Menschen einen Blick in eine alternative Realität ermöglichen kann und mich dabei komplett ausdrücken, sowie präsentieren. 

Seit wann seid ihr Drag Queens? 

Chloe: Ich habe mit Drag ca. vor 3 Jahren angefangen.

Hungry: Seit ca. 4 Jahren.

Welchen Tätigkeiten geht ihr sonst in eurem Leben nach? Wie seid ihr darauf gekommen, den Artist Workshop anzubieten? 

Chloe: Sonst arbeite ich als Verkäufer und als freier Make-up Artist für Magazine und freie Projekte. Wir haben damals MUD Studio Berlin angeschrieben für ein Party-Sponsoring und aus dem Kontakt heraus hat sich dann die Idee zu einem Workshop entwickelt.

Hungry, du studierst Modedesign, richtig? Wie bist du zur Weiterbildung im Bereich Make-up im MUD Studio Berlin gekommen?

Hungry: Ich studiere noch Modedesign, genau. Ich halte am Tag nach unserem Workshop meine Bachelorpräsentation. Schneidern und Designen ist seit langem eine Leidenschaft von mir und mein Drag profitiert sehr davon. Mit MUD kam ich unabhängig davon ins Gespräch. Hier habe ich Airbrush und Special Effect Make-up belegt.  In Bezug auf den Workshop dachte ich mir, es wäre gut, die Klassendynamik und Hygienevorschriften kennenzulernen. Ich möchte meine Fähigkeiten erweitern, um auch professionell unterrichten zu können! 

Wie sind die Reaktionen auf euer "Doppelleben" als Drag Queens? Gibt es Nachteile? Gibt es Wünsche, die ihr in Bezug auf das Leben als Drags habt?

Chloe: Ich würde das nicht als Doppelleben bezeichnen, ich lebe mein Leben einfach wie ich möchte und das kann ich jedem auch nur ans Herz legen: Tu das, worauf du Lust hast und versteck dich nicht. Deshalb würde ich auch nicht behaupten, dass es Nachteile mit sich zieht. Ich wünsche mir natürlich, dass Drag noch weiter in den Mainstream rutscht und mehr Leute verstehen, warum wir das machen, was wir machen - so schwer ist das nämlich nicht.

Hungry: Mit der Kommerzialisierung von Drag verstehen mehr und mehr Menschen, dass es sich wirklich um einen Job handeln kann und nicht nur um ein Party-Hobby. Daher sind in meinen Kreisen die Reaktion auf meine Karriere sehr positiv. Nachteile gibt es natürlich viele. Freiberuflich als Künstler zu arbeiten und im Endeffekt gleichzeitig als Performer, Tänzer, Make-up Artist, Kostümdesigner, Fotograf und in der Social Media Präsenz zu zeigen, kann sehr intensiv werden. Eine dementsprechend faire Gage zu erhalten ist sehr selten. 

Welche Leidenschaften hast du sonst im Leben?

Hungry: Das Schneidern, Make-up, Drag und die Bürokratie drumherum nimmt leider meine komplette Zeit ein. Hungry ist ein Fulltime-Job. Hätte ich Zeit und Energie übrig, würde ich mehr schwimmen gehen; vielleicht Harfe lernen.

Was macht den Artist Workshop aus, den ihr im MUD Studio Berlin anbietet? Wem würdet ihr den Kurs besonders ans Herz legen?

Hungry: In unserem Workshop ist von zertifizierten Make-up Artists bis hin zu Schülern für alle etwas dabei, denke ich! Viele der neueren Make-up Trends wurden schon Jahrzehnte lang von Drag Performern ausgeübt und teilweise sogar erfunden! Zu sehen wie man von der klassischen, hyperfemininen Drag bis hin zu Avant Garde Drag arbeitet, ist für viele sicherlich komplettes Neuland. 

Falls auch du dich für den Workshop interessierst, kannst du dich hier über den Kurs informieren.

Auch Redakteure, die gerne über den Kurs berichten möchten, sind herzlich eingeladen.
Schreibt uns hierzu einfach eine E-mail: ellen@mud-studio.de

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Lisa Buchholz